Das Wesentliche

Unsere Prinzipien
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Selbstbestimmung

Ein wichtiger Teil der pädagogischen Arbeit ist die Selbstbestimmung der Kinder. Fast alle Angebote der Erzieher_innen sind freiwillig, niemand ist verpflichtet daran teilzunehmen es sei denn ein Kind hat sich verpflichtend dafür entschieden. Es gibt aber auch Ausnahmen: Während die Kinder der zweiten bis fünften Klasse entscheiden können, ob sie beim ersten oder zweiten Mittagessen essen möchten (13 und 14 Uhr), sind die Kinder der ersten Klasse angehalten sich gemeinsam beim ersten Essen einzufinden, da ihnen erfahrungsgemäß oft noch das Gespür für den eigenen Hunger fehlt und das Spielen meistens wichtiger erscheint. Die Erfahrung zeigt: umso einleuchtender die Regeln und Abläufe sind umso besser können die Kinder sie nachvollziehen und annehmen.

Partizipation

Ein Beispiel für die Partizipation der Kinder im Schülerladen Komet: Die Kinder sprechen auf dem Wablu an, dass sie sich einen Tausch der Toilettenräume wünschen, denn die Mädchentoilette war kleiner als die der Jungen. Die Mädchen wollten gerne tauschen, denn sie gehen gern häufiger zu zweit oder zu dritt aufs stille Örtchen. Nach einigen Verhandlungen mit den Jungs und einer sowieso anstehenden Komplettsanierung der Waschräume wurde also getauscht und umdekoriert. Dies ist ein Beispiel dafür wie Kinder ihren Schülerladen auf vielen Ebenen mit ausgestalten.

Natürliche Folge

Ein weiterer Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit ist die natürliche Folge. Die Kinder werden im Schülerladen nicht von „Oben herab“ abgestraft oder abgemahnt. Bei einem Verstoß gegen die Schülerladenregeln (Bsp.: Die Gruppe beim Essen stören) wird dem Kind nicht irgendeine Strafe aufgedrückt, die mit der störenden Aktion gar nichts zu tun hat, und demzufolge auch für das Kind nicht nachvollziehbar ist. Sondern: Ist ein Kind gerade nicht in der Lage, ohne Störung zu essen, dann isst es separat in der Küche, damit der Rest der Gruppe in Ruhe essen kann. Oder verlässt ein älteres Kind, das ohne Erzieher_innen auf den Teutoburger Platz gehen darf, unerlaubt den Teuto, dann darf es für eine gewisse Zeit nicht mehr allein auf den Spielplatz gehen.

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Der Situationsansatz

Erzieher_innen greifen Themen und Interessen der Kinder auf und machen dazu Angebote oder bieten den Kindern die Möglichkeit diese Interessen selbstständig zu verfolgen. Zum einen entstehen auf die Art Projekte und Aktionen nahe den kindlichen Interessen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit erlebtes und gefühltes zu reflektieren und zu verarbeiten.

Tagesablauf

Wie geht unserer Tag

Quirlig, dynamisch, bunt und voller Bewegung! Doch neben dem bauen wir auch ruhigere Momente in den Tag, um bspw. mit den Kindern über ihren Schultag oder andere aktuelle Dinge zu sprechen..

Der Vormittag ab 11 Uhr
Bis die ersten Kinder ca. 11:40 Uhr in den Laden kommen oder von der Schule abgeholt werden bereiten die Erzieher_innen Elterngespräche vor oder nach, reflektieren über einzelne Kinder oder Spielverhalten, bereiten Projekte und Aktionen vor und halten regelmäßige Teamsitzungen ab.
Das Mittagessen
Der Schülerladen bekommt das Mittagessen geliefert. Derzeit vom Anbieter, der auch die Schule beliefert (auf mehrheitlichen Kinderwunsch hin). Das Essen besteht, zu bis zu 80 % aus Bio-Lebensmitteln. Das Team orientiert sich bei der Essenbestellung an den Vorlieben der Kinder und achtet auf eine ausgewogene Ernährung.

Da die Kinder zu sehr unterschiedlichen Zeiten von der Schule kommen, bieten wir zwei Essenzeiten an. Diese sind um 13 und um 14 Uhr. Wie bereits erwähnt wird die erste Klasse angehalten am ersten Essen teilzunehmen. Ältere Kinder dürfen sich je nachdem, ob sie zum ersten Essen überhaupt schon im Schülerladen sind, auch für das zweite Essen entscheiden.
Die Erzieher_innen streben eine entspannte und ruhige Atmosphäre beim Essen an. Die Kinder essen in kleineren Gruppen am Tisch und füllen sich das Essen selbstständig auf die Teller. Ziel des selbstbestimmten Essens ist es, die Eigenverantwortlichkeit (ich esse= ich sorge für mich) zu schulen.

Hausaufgaben
Die Eltern besprechen mit ihren Kindern, ob diese die Hausaufgaben im Schülerladen erledigen sollen oder ob die Kinder sie zuhause erledigen dürfen und teilen das per Erlaubnis den Erzieher_innen mit. Die Erzieher_innen fordern die Kinder auf, ihre Aufgaben möglichst rasch nach der Schule zu erledigen, damit sie sich danach in der Freizeit entspannen können. Hausaufgaben haben im Hausaufgaben-Raum Vorrang. Dieser wird also nur für Hausaufgaben-Kinder freigehalten und keine anderen Aktionen dürfen in dieser Zeit im ihm stattfinden. Kinder, die schon sehr selbstständig arbeiten und alleine arbeiten möchten, dürfen die Hausaufgaben auch im Büro erledigen. Ansonsten steht immer ein/e Erzieherin oder ein Erzieher für die Begleitung der Hausaufgaben zur Verfügung und unterstützt die Kinder. Jedes Kind sollte nicht länger als 45 Minuten lang an seinen Aufgaben arbeiten, um auch Freizeit haben zu können. Sollte es am Ende der Zeit nicht fertig sein, werden die restlichen Aufgaben zu Hause erledigt.
Freispiel / Nachmittagsangebote
Das Freispiel nimmt einen großen Teil des Schülerladenalltags ein. Die Kinder nutzen die Räume und ihre freie Zeit, um sich nach der Schule zu erholen. Sie können ihren eigenen Ideen nachgehen, Rollenspiele entwickeln oder auf das vielfältige Bastelmaterial der Einrichtung zurückgreifen. Hierbei entwickeln sich oft Spiele, Themenwelten oder Ideen, die von den Erzieher_innen aufgegriffen werden. Daraus resultieren dann Aktionen und Projekte, wie zum Beispiel Aufführungen, Kunstausstellungen oder Filme.
Das Freispiel mit verschiedenen Materialien sowie das Rollenspiel schulen die Fähigkeiten der Kinder, zu verhandeln, zu streiten, sich zu vertragen, Bedürfnisse zu formulieren und Grenzen zu setzten. Den Erzieher_innen wiederum bietet das freie Spielen die Möglichkeit, durch aufmerksames Beobachten die Interessen und Probleme der Kinder zu erkennen und diese bei der Planung von Angeboten und Projekten zu berücksichtigen.
Im Schülerladen wird sehr gerne vorgelesen, sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern. Es gibt ein gut ausgestattetes Bücherregal und regelmäßige Bibliotheksbesuche. Darüber hinaus bieten die Erzieher_innen feste wöchentliche Aktionen an, die aber rotieren, also auch zeitweise mal pausieren können und die natürlich freiwillig sind.
Diese sind zum Beispiel: Kreatives Gestalten (Filzen, Nähen, Sägen, Musikinstrumente-Bau), eine Werkstatt (z.Z. Projekt Hausbau), Theater, musikalisches Experimentieren an den Trommeln oder dem Keyboard und das Fußballprojekt. Ziel hierbei ist es die kognitiven, motorischen und sozialen Fähigkeiten der Kinder in gruppendynamischen Prozessen zu fördern und zu entwickeln.
Gerade die altersgemischte Gruppe bietet einen besonders geeigneten Rahmen, um andere Kinder für eigene Ideen zu begeistern, Vorhaben umzusetzen, zu kooperieren sowie Hilfe anzubieten und Hilfe anzunehmen.
In der Ferienbetreuung gestalten die Erzieher_innen ein ausgewogenes Programm, das den Kindern sowohl Erholung als auch kreative und spannende Aktionen bietet. Auch hier sind die Ideen der Kinder und auch der Eltern willkommen.
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Das Wichtigste im Überblick

Unseres Konzept

1. Träger und Vorstand
Der Träger des Schülerladens ist der Elterninitiativverein Komet e.V., dem die Eltern aller zu betreuenden Kinder angehören. Der Vorstand des Vereins bildet sich aus gewählten Eltern von aktuell im Schülerladen betreuten Kindern und einer Erzieherin/eines Erziehers.
2. Lage der Einrichtung und soziales Umfeld
Der Schülerladen wurde am 01.April 2003 gegründet und befindet sich seitdem im Erdgeschoss der Templiner Straße 15 in 10119 Berlin-Prenzlauer Berg.
Er besteht und arbeitet in vertrauensvoller Kooperation mit der Grundschule „Am Teutoburger Platz“, die sich auf der anderen Straßenseite befindet. Drei festangestellten Erzieher_innen (ein Mann, zwei Frauen) betreuen maximal dreißig Kinder in einer altersübergreifenden Gruppe der Klassen 1-5.
Der Schülerladen Komet bietet einen geschützten familiennahen Raum, in dem sich die Kinder vom Schulalltag entspannen und ihre Freizeit gestalten können. Gleichwohl stellt die Einrichtung den Rahmen, um das soziale Miteinander zu gestalten und einzuüben. Das vorrangige Ziel der pädagogischen Arbeit ist die Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder, unter Berücksichtigung von demokratischen Umgangsformen, zu fördern. Dies geschieht im Alltag und durch das regelmäßige Kinderparlament, das den Namen Wablu (Fantasiename, den die Kinder der ersten Generation gewählt haben) trägt.
Der Tagesablauf beinhaltet u.a. die Ausgabe des Mittagessens, welches 13 und 14 Uhr stattfindet, die Betreuung der Hausaufgaben und Angebote in den Bereichen Kreatives Gestalten, Sport, Musik, Theater, Film etc. Für das Theaterprojekt mieten wir wöchentlich den Aktionsraum im nahe gelegenen Nachbarschaftszentrum an. Der Teutoburger Platz ist unser „Garten“, der nahezu täglich bespielt wird. Zum Fußball treffen wir uns im Kolle 8, dem SportJugendClub & Kickprojekt Prenzlauer Berg in der Schönhauser Allee.
Freies Spiel und selbstorganisierte Rollenspiele bieten den Kindern die Gelegenheit, zu verhandeln, sich zu behaupten, eigene Grenzen abzustecken sowie ihre Rolle in der Gruppe zu finden. Dabei lernen sie zunehmend, Konflikte eigenständig zu lösen. Im Bedarfsfall bieten die Erzieher_innen Unterstützung in Form von Mediation an.
3. Öffnungszeiten
Der Schülerladen Komet öffnet in der Regel von 11:00 bis 17:00 Uhr, in den Ferien von 9:00 bis 16:00 Uhr. Die Ferienschließzeiten werden gemeinsam vom Vorstand, der Elternschaft und den Erzieher_innen nach Bedarf und in Abstimmung festgelegt.

Ungefähr die Hälfte der Ferienzeiten bleibt der Schülerladen geschlossen (Bsp.: Osterferien eine Woche auf, eine zu etc.).

4. Die Räumlichkeiten

Der Verein Komet e.V. mietet die Räume, die in Eigeninitiative aller Beteiligter gestaltet und eingerichtet wurden. Die Eltern sind in Absprache mit den Erzieher_innen für die Instandhaltung der Räume verantwortlich.
Neben Garderobe, Küche, Büro und Bädern stehen den Kindern ein kleinerer und vier große Themenräume zur Verfügung.

  • Hausaufgabenraum, der auch als Bastel-,Werk- und Musikraum genutzt wird.
  • Essenraum in dem auch gespielt, gelesen, besprochen und gefeiert wird.
  • Bauraum, der mit Lego, Playmobil und großen Schaumbausteinen ausgestattet ist und der Platz für das freie Spiel bietet.
  • Turn-/Toberaum, in dem es lauter und wilder zugehen darf. Manchmal klappen wir auch die große Tischtennisplatte aus. Der Raum ist bis auf einen Basketballkorb, eine Sprossenwand und eine Wandbefestigung für den Boxsack leer.
  • Der kleine Ruheraum wird auch Mieteraum genannt. Diesen darf jedes Kind allein oder mit Freunden für dreißig Minuten mieten. Das heißt, dass in dieser Zeit kein anderes Kind den Raum betreten darf. In ihm befindet sich ein ca. 250 Liter fassendes Aquarium bestückt mit Max und Moritz, den Zieraalen, unseren Buntsaumbarschen Bruno, Brunhilde und Brigitte, Schnecken und Welsen.
5. Gruppenzusammensetzung
Als der Schülerladen Komet im April 2003 erstmals seine Türen öffnete, bestand die erste Gruppe aus 15 Kindern. Im August 2003 wurden die Räume erweitert und zusätzlich weitere 15 Kinder aufgenommen. Der Laden hat die Betriebserlaubnis für die Betreuung von maximal dreißig Kindern. Diese Gruppenstärke ist in den vergangenen Jahren immer beibehalten worden. Die Kometen-Kinder besuchen die erste bis fünfte Klasse und werden in einer altersübergreifenden Gruppe betreut. Die Erzieher_innen sind darauf bedacht, ein ausgewogenes Verhältnis in den einzelnen Klassenstufen und zwischen Jungen und Mädchen zu wahren.
6. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
Der Verein beschäftigt drei pädagogische Fachkräfte, von denen eine (zur Zeit) die Leitung des Ladens innehat und auch im Vorstand vertreten ist. Pädagogische Belange werden jedoch gleichberechtigt diskutiert und ausgeführt. Die Position einer Leitung verstehen wir eher als eine koordinierende, welche die Arbeitsabläufe zwischen Erzieher_innen und Eltern kurzfristig steuern kann. Alle Erzieher_innen arbeiten vorzugsweise 30 Stunden wöchentlich. In Phasen von Elternzeitvertretungen kann die wöchentliche Arbeitszeit variieren. Das Team besteht aus zwei staatlich anerkannten Erzieher_innen und einer Familienpflegerin, die durch das aktuelle Programm des Quereinsteigers aber die Qualifikation einer pädagogischen Fachkraft. Regelmäßige Praktikanten bzw. BFDler_innen oder FSJler_innen unterstützen das Team, so dass auch in Krankheitsfällen die Betreuung der Kinder gewährleistet ist und Elterndienste zur Unterstützung nur sehr selten nötig sind.
7. Grundidee der pädagogischen Arbeit

Mit dem Schuleintritt beginnt für die Kinder ein neuer und bedeutender Lebensabschnitt. Nicht nur der Tagesablauf, sondern auch die Bedürfnisse und Anforderungen an die Kinder ändern sich. Es wird mehr Selbstständigkeit und Konzentrationsfähigkeit von den Kindern abverlangt. Der Tag ist mit dem Schuleintritt strenger reglementiert und der Freizeitausgleich um so wichtiger. An dieser Stelle kommt der Schülerladen ins Spiel.
Das vorrangige Ziel in der pädagogischen Arbeit ist es, die Selbstständigkeit und die Eigenverantwortung der Kinder zu fördern und sie so auf das Leben nach dem Schülerladen vorzubereiten. Das bedeutet, dass sie dann ihre Verabredungen selbstständig treffen können, vertrauensvoll und verlässlich sind. Im Schülerladen lernen sie ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, zu artikulieren und sie innerhalb der Gruppe, mit Rücksicht auf das Wohl aller, einzufordern.
Aus diesem Grund wurde das Kinderparlament mit Namen Wablu eingerichtet. Es handelt sich dabei um eine Gesprächsrunde der Kinder und Erzieher_innen, in der die Anliegen aller diskutiert und bei Bedarf demokratisch abgestimmt werden. In dieser Runde werden auch verbindliche Regeln gemeinsam entwickelt und dann per Mehrheitsentscheid abgestimmt.
War ein Tag anstrengend oder sehr schön, gab es Streit oder wurden neue Freundschaften geschlossen? Diese Dinge werden am Anfang des Schüli-Tages besprochen um das Kind emotional da abzuholen, wo es gerade steht. Dies geschieht zum Beispiel auch beim gemeinsamen Mittagessen. Die Erzieher_innen begegnen den Kindern respektvoll, auf Augenhöhe und nehmen die Bedürfnisse der Kinder ernst.

 

Die vier Eckpfeiler der pädagogischen Arbeit im Schülerladen Komet

 

Selbstbestimmung

Ein wichtiger Teil der pädagogischen Arbeit ist die Selbstbestimmung der Kinder. Fast alle Angebote der Erzieher_innen sind freiwillig, niemand ist verpflichtet daran teilzunehmen es sei denn ein Kind hat sich verpflichtend dafür entschieden. Es gibt aber auch Ausnahmen: Während die Kinder der zweiten bis fünften Klasse entscheiden können, ob sie beim ersten oder zweiten Mittagessen essen möchten (13 und 14 Uhr), sind die Kinder der ersten Klasse angehalten sich gemeinsam beim ersten Essen einzufinden, da ihnen erfahrungsgemäß oft noch das Gespür für den eigenen Hunger fehlt und das Spielen meistens wichtiger erscheint. Die Erfahrung zeigt: umso 

 

einleuchtender die Regeln und Abläufe sind umso besser können die Kinder sie nachvollziehen und annehmen.

 

Partizipation

Ein Beispiel für die Partizipation der Kinder im Schülerladen Komet: Die Kinder sprechen auf dem Wablu an, dass sie sich einen Tausch der Toilettenräume wünschen, denn die Mädchentoilette war kleiner als die der Jungen. Die Mädchen wollten gerne tauschen, denn sie gehen gern häufiger zu zweit oder zu dritt aufs stille Örtchen. Nach einigen Verhandlungen mit den Jungs und einer sowieso anstehenden Komplettsanierung der Waschräume wurde also getauscht und umdekoriert. Dies ist ein Beispiel dafür wie Kinder ihren Schülerladen auf vielen Ebenen mit ausgestalten.

 

Natürliche Folge

Ein weiterer Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit ist die natürliche Folge. Die Kinder werden im Schülerladen nicht von „Oben herab“ abgestraft oder abgemahnt. Bei einem Verstoß gegen die Schülerladenregeln (Bsp.: Die Gruppe beim Essen stören) wird dem Kind nicht irgendeine Strafe aufgedrückt, die mit der störenden Aktion gar nichts zu tun hat, und demzufolge auch für das Kind nicht nachvollziehbar ist. Sondern: Ist ein Kind gerade nicht in der Lage, ohne Störung zu essen, dann isst es separat in der Küche, damit der Rest der Gruppe in Ruhe essen kann. Oder verlässt ein älteres Kind, das ohne Erzieher_innen auf den Teutoburger Platz gehen darf, unerlaubt den Teuto, dann darf es für eine gewisse Zeit nicht mehr allein auf den Spielplatz gehen.

 

Der Situationsansatz

Erzieher_innen greifen Themen und Interessen der Kinder auf und machen dazu Angebote oder bieten den Kindern die Möglichkeit diese Interessen selbstständig zu verfolgen. Zum einen entstehen auf die Art Projekte und Aktionen nahe den kindlichen Interessen. Zum anderen gibt es die Möglichkeit erlebtes und gefühltes zu reflektieren und zu verarbeiten.

7.1 Tagesablauf

Der Vormittag ab 11 Uhr

Bis die ersten Kinder ca. 11:40 Uhr in den Laden kommen oder von der Schule abgeholt werden bereiten die Erzieher_innen Elterngespräche vor oder nach, reflektieren über einzelne Kinder oder Spielverhalten, bereiten Projekte und Aktionen vor und halten regelmäßige Teamsitzungen ab.

Das Mittagessen

Der Schülerladen bekommt das Mittagessen geliefert. Derzeit vom Anbieter, der auch die Schule beliefert (auf mehrheitlichen Kinderwunsch hin). Das Essen besteht, zu bis zu 80 % aus Bio-Lebensmitteln. Das Team orientiert sich bei der Essenbestellung an den Vorlieben der Kinder und achtet auf eine ausgewogene Ernährung.

Da die Kinder zu sehr unterschiedlichen Zeiten von der Schule kommen, bieten wir zwei Essenzeiten an. Diese sind um 13 und um 14 Uhr. Wie bereits erwähnt wird die erste Klasse angehalten am ersten Essen teilzunehmen. Ältere Kinder dürfen sich je nachdem, ob sie zum ersten Essen überhaupt schon im Schülerladen sind, auch für das zweite Essen entscheiden.

Die Erzieher_innen streben eine entspannte und ruhige Atmosphäre beim Essen an. Die Kinder essen in kleineren Gruppen am Tisch und füllen sich das Essen selbstständig auf die Teller. Ziel des selbstbestimmten Essens ist es, die Eigenverantwortlichkeit (ich esse= ich sorge für mich) zu schulen.

Hausaufgaben

Die Eltern besprechen mit ihren Kindern, ob diese die Hausaufgaben im Schülerladen erledigen sollen oder ob die Kinder sie zuhause erledigen dürfen und teilen das per Erlaubnis den Erzieher_innen mit. Die Erzieher_innen fordern die Kinder auf, ihre Aufgaben möglichst rasch nach der Schule zu erledigen, damit sie sich danach in der Freizeit entspannen können. Hausaufgaben haben im Hausaufgaben-Raum Vorrang. Dieser wird also nur für Hausaufgaben-Kinder freigehalten und keine anderen Aktionen dürfen in dieser Zeit im ihm stattfinden. Kinder, die schon sehr selbstständig arbeiten und alleine arbeiten möchten, dürfen die Hausaufgaben auch im Büro erledigen. Ansonsten steht immer ein/e Erzieherin oder ein Erzieher für die Begleitung der Hausaufgaben zur Verfügung und unterstützt die Kinder. Jedes Kind sollte nicht länger als 45 Minuten lang an seinen Aufgaben arbeiten, um auch Freizeit haben zu können. Sollte es am Ende der Zeit nicht fertig sein, werden die restlichen Aufgaben zu Hause erledigt. 

Freispiel / Nachmittagsangebote

Das Freispiel nimmt einen großen Teil des Schülerladenalltags ein. Die Kinder nutzen die Räume und ihre freie Zeit, um sich nach der Schule zu erholen. Sie können ihren eigenen Ideen nachgehen, Rollenspiele entwickeln oder auf das vielfältige Bastelmaterial der Einrichtung zurückgreifen. Hierbei entwickeln sich oft Spiele, Themenwelten oder Ideen, die von den Erzieher_innen aufgegriffen werden. Daraus resultieren dann Aktionen und Projekte, wie zum Beispiel Aufführungen, Kunstausstellungen oder Filme.

Das Freispiel mit verschiedenen Materialien sowie das Rollenspiel schulen die Fähigkeiten der Kinder, zu verhandeln, zu streiten, sich zu vertragen, Bedürfnisse zu formulieren und Grenzen zu setzten. Den Erzieher_innen wiederum bietet das freie Spielen die Möglichkeit, durch aufmerksames Beobachten die Interessen und Probleme der Kinder zu erkennen und diese bei der Planung von Angeboten und Projekten zu berücksichtigen.

Im Schülerladen wird sehr gerne vorgelesen, sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern. Es gibt ein gut ausgestattetes Bücherregal und regelmäßige Bibliotheksbesuche. Darüber hinaus bieten die Erzieher_innen feste wöchentliche Aktionen an, die aber rotieren, also auch zeitweise mal pausieren können und die natürlich freiwillig sind.

Diese sind zum Beispiel: Kreatives Gestalten (Filzen, Nähen, Sägen, Musikinstrumente-Bau), eine Werkstatt (z.Z. Projekt Hausbau), Theater, musikalisches Experimentieren an den Trommeln oder dem Keyboard und das Fußballprojekt. Ziel hierbei ist es die kognitiven, motorischen und sozialen Fähigkeiten der Kinder in gruppendynamischen Prozessen zu fördern und zu entwickeln.

Gerade die altersgemischte Gruppe bietet einen besonders geeigneten Rahmen, um andere Kinder für eigene Ideen zu begeistern, Vorhaben umzusetzen, zu kooperieren sowie Hilfe anzubieten und Hilfe anzunehmen.

In der Ferienbetreuung gestalten die Erzieher_innen ein ausgewogenes Programm, das den Kindern sowohl Erholung als auch kreative und spannende Aktionen bietet. Auch hier sind die Ideen der Kinder und auch der Eltern willkommen.

8. Elternarbeit
Ein weiterer Schwerpunkt des Schülerladens ist die intensive Elternarbeit.
Dazu gehören der regelmäßige Austausch von Informationen über das Kind oder Schulthemen zum Beispiel in Form von „Tür- und Angelgesprächen oder Entwicklungsgesprächen, die die Erzieher_innen einmal jährlich anbieten. Je nach Bedarf können Eltern und Erzieher_innen sich auch öfter austauschen. Entwicklungsgespräche bieten die Möglichkeit über das Verhalten und die Entwicklung (motorisch, sozial, innerhalb der Gruppe) des jeweiligen Kindes zu sprechen. Auch lernen die Erzieher_innen hierbei die häuslichen bzw. familiären Gegebenheiten des Kindes besser kennen und sind somit in der Lage, diese in ihrer Arbeit zu berücksichtigen.
Jede Familie ist verpflichtet (Vorstand ausgenommen) ca. drei Mal im Jahr, einen Elterndienst zu übernehmen. Dieser findet immer freitags von 15 bis 17 Uhr statt. In dieser Zeit hat das Team die Möglichkeit Elterngespräche zu führen, an Supervision teilzunehmen und Projekte vorzubereiten.
Jede Familie ist außerdem angehalten sich eine Elternaufgabe zu suchen, die der Organisation oder dem Erhalt des Ladens dient. Zum Beispiel die Aufnahme der neuen Kinder, Kontaktperson für die Putzfrauen, Einkaufen, Reparaturen etc.
In regelmäßigen Abständen werden Elternabende organisiert. Hier berichten die Erzieher_innen vom Leben im Schülerladen, informieren die Eltern über anstehende Projekte, Feste und Aktionen und diskutieren mit den Eltern bei Bedarf über Abläufe und Pädagogik der Einrichtung.
Elternarbeit im Schülerladen bedeutet auch, an all diesen Angeboten interessiert zu sein und das Team beim Gelingen von festlichen Aktivitäten (Galerie, Sommerfest, Elterncafé) zu unterstützen.
9. Schülerladenreise
In den Sommerferien unternimmt der Schülerladen mit allen Kindern eine viertägige Schüli-Reise, vorzugsweise in das Ferienland Luhme bei Rheinsberg. Erfahrungsgemäß unterstützt dieses Erlebnis das Zusammengehörigkeitsgefühl der Gruppe. Durch die Reise ergibt sich häufig eine neue Durchmischung der Gruppe, neue Freundschaften. Das Vertrauen zwischen Kindern und Erzieher_innen, sowie der Kinder untereinander wächst und wird gefestigt. Hinzu kommt, dass die ländliche Umgebung und die naturbezogenen Spiele und Aktionen (Rudern, Reite, Baden) einen angenehmen Erholungscharakter darstellen.

Die Schülerladenreise wird von den Eltern finanziert.

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Wo wir sind

Adresse: Templiner Straße 15 / 10119 Berlin

Telefon: 030 - 41716635

Email: schuelerladen_komet@gmx.de

Öffnungszeiten: Mo-Fr: 11:00 - 17:30